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Kirche der Hl. Jungfrau Maria in Nazareth
(Als allgemein bekannt: Chiesa degli Scalzi)

Nationales Denkmal
Die barfuessingen Karmeliten begannen den Bau des Klosters (dieses wurde in der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts wegen des geplanten Bahnhofsgebäudes abgetragen) und der Kirche im Jahre 1656 nach einem Plan von Baldassare LONGHENA (geb. in Venedig 1598, gest. 1682). Nach seinem Tode übernahm der Unberschunte Karmelit Bruder Giuseppe POZZO (geb. in Trento 1645, gest. 1721) die Leitung der vorgesehenen Arbeiten und entwarf selbst Zeichnungen für einige Altäre und für die Dekorationen.

Die Kirche ist das prachtvollste Bauwerk barocken Stils in Venedig. Durch starke Lichtkontraste kommt die Pracht der Farben erst voll zur Geltung, ebenso die Verschiedenheit der Marmorverkleidungen, das lebhaft leuchtende Gold der Einfassungen und Verzierungen, die überschäumende Fülle von Formen und Bildern, die die verschiedenen Fresken, auf Leinwand oder auf Marmor, in Scheinperspektive oder in szenischer Anordnung darstellen. In seiner Gesamtheit verherrlicht all das den Triumph der Freiheit künstlerischen Geistes, der wie eine Symphonie die Materie belebt und veredelt.

Die Kirche ist 45m lang und 25m breit; die Fassade ist 24m hoch.



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Die Fassade
Die Zeichnung stammt von Giuseppe SARDI (geb. in S.Angelo di Vado-Pesaro 1680, gest. In Rom 1753) und ist in Marmor von Carrara ausgerführt. In der Mitte, auf einem Thron sitzend wird die triumphierende Jungfrau-Mutter dargestellt. Oberhalb eines soliden und hohen Fundamentes erhebt sich eine erste Reihe von Korinthischen Doppelsäulen. In der Mitte öffnet sich feierlich das grosse Portal und in den Seitennischen stehen der hl. Sebastian, die hl. Maria Magdalena, die hl. Margerita und der hl. Johannes der Täufer. Darueberspannt sich ein kräftiges Gebälk, auf dem eine zweite Reihe von vier Doppelsäulen in gemischtem Stil nach oben ragen. Im Zentrum befindet sich die Statue der Mutter Gottes und zu ihren Seiten die Statuen des hl. Hieronimus, des Glaubens, der Hoffnung (bei einem Sturz zertrümmert) und des hl. Bartholomäus. Ueber dem Gebälk ist im Giebelfeld das Wappen der adeligen Gönnerfamilie der Grafen von Cavazza zu sehen. Die eigentliche Fläche des Giebelfeldes aber wird beherrscht von einer Statue des triumphierenden Christus, auf dessen rechter Seite Adam und Kain und auf dessen linker Seite Abel und Eva stehen. Die Fassade wurde in Zusammenarbeit von Clemente MOLLI (geb. in Bologna, gest. in Venedig 1678), Francesco PENSO, Cabianca genannt (geb. in Padova 1650, gest. 1736) geschaffen. Leider ist die vom Taubenmist unansehnlich geworden.

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